Risiko
Die Abschätzung eines Risikos im Zusammenhang mit der Verwendung neuer Chemikalien oder neuer Materialien, wie z.B. Nanopartikeln, ist ein komplexer Vorgang. Grundsätzlich gibt es Regeln, nach welchen hierbei vorgegangen wird. In der Toxikologie wird ein mögliches Risiko im Wesentlichen durch die beiden Parameter "Exposition" und "Gefährdungspotenzial" bestimmt. Dabei stellt das gesundheitliche Risiko eine Funktion dieser beiden Parameter dar, ist also vom Vorhandensein beider abhängig. Liegt nur einer der beiden Parameter vor, besteht prinzipiell kein Risiko.
RisikoTox = f{Exposition; Gefährdungspotenzial}
Für die Gesellschaft bzw. einen einzelnen Menschen stellt sich das Risiko aber grundsätzlich als eine Funktion der Wahrscheinlicheit W, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt, und der Schadenshöhe S dar.
RisikoGes = W * S
Für die Zukunft ist anzunehmen, dass mit der Produktion vieler verschiedener Nanomaterialien die Möglichkeit einer Berührung (Exposition) von Mensch und Umwelt steigen wird. Zudem haben erste Studien, die sowohl in vitro als auch im Tierversuch (in vivo) durchgeführt wurden, einige Hinweise ergeben, dass Nanopartikel durchaus in der Lage sind, biologische Effekte auszulösen. Daher kann für einige Vertreter dieser kleinsten Materialien von einer gesundheitsrelevanten Bedeutung ausgegangen werden. Die Voraussetzungen für ein mögliches Risiko liegen damit vor, es muss nun genauer nachgeforscht werden, ob auch eine Exposition vorliegen kann, um ein Risiko abschätzen zu können. Sollte sich dies nachweisen lassen, dann gilt es Maßnahmen einzuleiten, die ein solches Risiko minimieren oder ganz beseitigen können (Risikomanagement).
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Literatur
Brune, H., Ernst, H., Grunwald, A., Grünwald, W., Hofmann, H., Janich, P., Krug, H.F., Mayor, M., Schmid, G., Simon, U., and Vogel, V. (2006) Nanotechnology - Assessment and Perspectives. Springer, Berlin.
aktualisiert am 03.12.2009
