Platin Nanopartikel in verschiedenen Formen verursachen keine auffälligen Effekte und sind wenig toxisch.

 

Experimente mit Zellkulturen haben selbst bei ultrahoher Konzentration keine akute Toxizität gezeigt [1]. Selbst die Auslösung von Entzündungseffekten war sehr gering. Es wurde spekuliert, dass sich Platinpartikel in wässrigen Suspensionen auflösen könnten (wenn auch nur sehr langsam), daher ist aber auch die Wirkung von gelösten Ionen von Interesse.

Wie aus sehr vielen Studien bekannt, sind gelöste Platingruppenelemente durchaus toxisch, da sie auch mit der DNA der Zellen interagieren können und damit zu Zellschäden führen können. Ein Vergleich verschiedener Platinsalze zeigte, dass gelöstes Platin in einer Konzentration ab 10 µmol/L für Lungenzellen kritisch wird [2]. Eine systematische Studie mit verschieden großen Platin-Nanopartikeln hat ergeben, dass diese in die verschiedene Zelltypen in Kultur aufgenommen werden, in diesen keine zytotoxische Wirkung haben, nicht in die Zellkerne gelangen, aber dennoch zu einer statistisch signifikanten Erhöhung von DNA-Strangbrüchen führen (in hohen Konzentrationen) [3]. Die Wirkung auf die DNA ist in dieser Studie klar auf die aus den Partikeln herausgelösten Platin-Ionen zurückzuführen gewesen. Somit bestätigt diese Studie die Ergebnisse, dass die Partikel selbst keine toxische Wirkung haben und nur in sehr hoher Dosierung zu einer Wirkung führen, die aber von gelösten Ionen abhängig ist.

 

Der Einsatz inerter, also reaktionsträger, Edelmetalle wird vor allem auch für Implantate erforscht. Dabei wurde untersucht, wie Silber, Platin und Mischpartikel auf Zellen wirken und diese Wirkung mit den Vorläufersubstanzen der Metallpartikel (lösliche Salze) verglichen. Während vor allem die Platinsalze sehr giftig waren, sind die Nanopartikel aus der Silber-Platin-Legierung gar nicht toxisch und führten im Versuch sogar zu einem gesteigerten Zellwachstum [4]. Zum Einsatz kamen aber Partikel, die mit einem Protein gemischt wurden und sich dadurch für einen besseren Einsatz z.B. im Mundbereich eignen sollen.

Speziell hergestellte Nanopartikel aus Diamant mit Gold oder Platin wurden als mögliche Wirksubstanzen gegen oxidativen Stress getestet und auch eine solche Wirkung gefunden. Diese Partikel hatten keine negativen Wirkungen auf die Zellen, obwohl sie von diesen aufgenommen wurden [5].

 

Literatur arrow down

  1. Elder, A et al. (2007), Adv Mater, 19(20): 3124-3129.
  2. Schmid, M et al. (2007), Environ Int, 33(3): 385-390.
  3. Gehrke, H et al. (2011), Arch Toxicol, 85(7): 799-812.
  4. Singh, AV et al. (2009), Colloids Surf B Biointerfaces, 69(2): 239-245.
  5. Martin, R et al. (2010), ACS Nano, 4(11): 6957-6965.

 

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok